Turina Piano Quartet / Finale
6. August um 20:00 – 22:00

DO 6.8.26, 20:00 Uhr, Schloss Blutenburg, Schlosshof
Turina Piano Quartet / Finale
Kammermusik von Mahler, Schumann und Fauré
Drei Werke, drei Perspektiven auf die europäische Romantik – und zugleich ein faszinierendes Geflecht musikalischer Verbindungen. Das Programm zeigt, wie stark sich die großen Komponisten des 19. Jahrhunderts gegenseitig beeinflussten und aufeinander bezogen.
Den Auftakt bildet Robert Schumanns Violinsonate Nr. 1 a-Moll, entstanden in Düsseldorf unter dem Eindruck der Begegnung mit dem jungen Geiger Joseph Joachim. Dessen Spiel inspirierte Schumann zu einer Sonate von leidenschaftlicher Intensität: ein impulsiver erster Satz, ein poetisch-pastoraler Mittelsatz und ein bewegtes Finale voller Energie. Mit dem Quartettsatz a-Moll von Gustav Mahler folgt ein erstaunliches Jugendwerk des sechzehnjährigen Komponisten. Der einzige erhaltene Teil eines verlorenen Klavierquartetts zeigt bereits Mahlers außergewöhnliche Begabung – und verweist zugleich auf seine musikalischen Wurzeln: Form und Ausdruck stehen deutlich in der Tradition von Schumann, Schubert und Brahms. Den Abschluss bildet Gabriel Faurés Klavierquartett Nr. 1 c-Moll op. 15. Auch dieses Werk steht im Dialog mit der deutschen Romantik: In einer Zeit, in der deutsche Komponisten die Gattung dominierten, gelang Fauré hier eine eigenständige Verbindung aus romantischer Form, tänzerischer Eleganz und impressionistisch anmutender Klangfarbe. Das Werk entfaltet einen großen dramatischen Bogen – vom markanten ersten Satz über das federnde Scherzo und ein tief empfundenes Adagio bis zum leidenschaftlichen Finale.
So entfaltet das Programm einen europäischen musikalischen Zusammenhang – von Schumann über Mahler bis zu Fauré, von deutscher Romantik zu französischer Moderne.
Programm
Robert Schumann (1810–1856)
Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 a-Moll op. 105
Mit leidenschaftlichem Ausdruck
Allegretto
Lebhaft
Gustav Mahler (1860–1911)
Klavierquartett a-Moll
Nicht zu schnell
— Pause —
Gabriel Fauré (1845–1924)
Klavierquartett Nr. 1 c-Moll op. 15
Allegro molto moderato
Scherzo. Allegro vivo
Adagio
Allegro molto
Jesper Gasseling – Violine
Der schweizerisch-niederländische Geiger Jesper Gasseling steht für eine unmittelbare und kompromisslose Konzertpraxis – „ohne Netz und doppelten Boden“ (Luzerner Zeitung). Sein Spiel verbindet klangliche Neugier, strukturelle Klarheit und eine intensive Suche nach den verborgenen Geschichten zwischen den Tönen. Dabei spielt er auf der fast 400 Jahre alten Nicolo Amati Violine „Ex-Drolc“, einer großzügigen Leihgabe aus Schweizer Privatbesitz, die er als „Zeitmaschine zwischen Tradition und Gegenwart“ beschreibt.
Über seinen Mentor Rudolf Koelman steht er in direkter Traditionslinie zu Jascha Heifetz. Als Solist und Kammermusiker tritt Gasseling international in renommierten Sälen wie der Wigmore Hall London, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Mozarteum Salzburg, dem Stadtcasino Basel sowie in den Philharmonien von Berlin, Köln und Paris auf.
2017 gründete er das SEEKLANG Festival in der Schweiz, das innovative Konzertformate präsentiert und von der Presse mehrfach ausgezeichnet wurde.
Izabel Markova – Viola
Die bulgarische Bratschistin Izabel Markova verbindet solistische Tätigkeit, Kammermusik und Orchesterspiel mit einem vielseitigen Repertoire. Ihr Masterstudium als Solistin absolvierte sie an der Haute École de Musique Lausanne bei Alexander Gordon.
2022 wurde sie vom Label Claves in Zusammenarbeit mit der HEMU Lausanne ausgewählt, ihr erstes Soloalbum aufzunehmen. Die Aufnahme erschien 2023 und wurde von der internationalen Kritik sehr positiv aufgenommen.
Izabel Markova ist stellvertretende Solo-Bratschistin des Orchestre de Chambre de Lausanne und wirkt regelmäßig an internationalen Tourneen unter der Leitung von Renaud Capuçon mit. Neben ihrer Orchestertätigkeit ist sie eine engagierte Kammermusikerin und Mitglied des Amar Quartetts, mit dem sie in verschiedenen europäischen Konzertreihen und Festivals auftritt.
Polina Yarullina – Violoncello
Die in Zürich lebende Cellistin Polina Yarullina zeichnet sich durch ein leidenschaftliches, ausdrucksstarkes Spiel und eine klare klangliche Sprache aus. Geboren in Kasan, erhielt sie ihre Ausbildung zunächst am Staatlichen Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau und setzte ihr Studium an der Zürcher Hochschule der Künste fort. Dort studierte sie bei Raphael Wallfisch und Thomas Grossenbacher und schloss ihre Studien mit Auszeichnung ab.
Seit 2021 ist sie stellvertretende Solo-Cellistin des Collegium Musicum Basel und tritt regelmäßig als Gastmusikerin im Opernhaus Zürich sowie in Orchestern wie dem Luzerner Sinfonieorchester und dem Sinfonieorchester Basel auf.
Neben ihrer Orchestertätigkeit ist sie als Solistin und Kammermusikerin aktiv und unterrichtet Violoncello. Sie spielt ein Violoncello von Gustave Bernardel (Paris, um 1900).
Carolin Danner – Klavier
Die Pianistin Carolin Danner konzertiert als Solistin und Kammermusikerin in Sälen wie der Liederhalle Stuttgart, der Stadthalle Heidelberg und der Allerheiligen-Hofkirche München sowie mit Orchestern wie der Philharmonie Südwestfalen und dem Philharmonischen Orchester Budweis.
Ihre beim Label Animato erschienenen Soloalben Spanische Impressionen und Kontrastprogramm wurden vom Hessischen Rundfunk als CD-Tipps ausgezeichnet und von Fachmedien wie Fono Forum, Piano News und Deutschlandradio Kultur sehr positiv rezensiert. Das Album En Suspens – In der Schwebe (2022) wurde für den Opus Klassik nominiert.
Carolin Danner studierte u. a. bei Hans-Peter Stenzl und Silke-Thora Matthies und ist Preisträgerin internationaler Wettbewerbe. Sie ist als Jurorin und Kursdozentin tätig, zudem lehrt sie als Dozentin für Klavier und Klaviermethodik am Leopold Mozart College of Music der Universität Augsburg.
